"Die Leiche im Keller – Bestattungskultur im Wandel"

Radiobeitrag beleuchtet veränderte Wünsche und Erwartungen

Im Rahmen Radiosendung "Der Tag" blickt hr2 Kultur auf den Wandel der Bestattungskultur. Die Sendung wurde ausgestrahlt am 28.09.2026 und wird auf der hr2-Website als Podcast zur verfügung gestellt:

https://www.hr2.de/podcasts/der-tag/die-leiche-im-keller--bestattungskultur-im-wandel,podcast-episode-153200.html

Der Sender schreibt dazu:

Ob Erdbestattung und Urnengrab, Wald-, See- oder Luftbestattung - der Umgang mit dem Lebensende und der Bestattung von Verstorbenen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. In der Kulturgeschichte der Menschheit gilt die Bestattung der Toten als einer der fundamentalsten Meilensteine. Sie ist kein rein praktischer Akt, sondern das älteste Zeugnis für abstraktes Denken, Mitgefühl und die Frage nach dem, was nach dem Tod kommt. Schon die Neandertaler nahmen vor über 70.000 Jahren Bestattungen vor. Sie gaben ihren Toten Blütenpollen oder Werkzeuge bei, um sie für ein unbekanntes Jenseits zu wappnen. Wie aber hat die Moderne den Umgang mit dem Tod verändert? Was können wir selbst bestimmen und wo muss man Gesetze befolgen? Und schließlich: ist der Tod ein abschließender Endpunkt oder Teil des Lebens, das ja immer weitergeht?

Darüber spricht Moderatorin Isabel Reifenrath mit Dirk Pörschmann, Direktor des Kasseler Museums für Sepulkralkultur, mit Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative für Bestattungskultur “Aeternitas e. V.”, mit Robert Freitag von „Ab unter die Erde“, einem etwas anderen Bestattungsunternehmen aus Berlin, und mit dem Soziologen Thorsten Benkel, Autor des Buches „Die Zukunft des Todes“. Podcast-Tipp: SWR Kultur - Glauben Werden Friedhöfe zu Eventlocations? Über die Zukunft von Trauerorten Ein Kaffeekränzchen unter den Bäumen neben Omas Grab, ein Konzert hinter Papas Urne, ein Spielplatz zwischen den Gräbern der Nachbarn: In ganz Deutschland gibt es Projekte, die Trauer und Erinnerung neu denken wollen. Die Friedhofsruhe jedoch rückt in den Hintergrund. Doch Friedhöfe müssen sich entwickeln, denn sie verlieren zunehmend an Bedeutung. Dabei zeigen Studien, dass Menschen für ihre Trauerhandlungen Orte brauchen, die sie mit den Verstorbenen verbinden. Wohin müssen sich Friedhöfe entwickeln, um solche Trauerorte zu bleiben? Und ist das alles noch im Sinne der Pietät?